Der letzte König

Gauschützenmeister Dr. Thomas Eberwein

Gauschützenmeister Dr. Thomas Eberwein

30.10.2016

Treffpunkt Niederrad für den Vorstand des Schützengau 8 – Maingau. Gauvorstandskönig Eberwein lud ein zu Speis‘ und Trank und natürlich auch zum fröhlichen Schießen. Denn es sollte ein Nachfolger gefunden werden, der die Königsehre des Gauvorstandes wahrscheinlich bis ans Ende aller Tage sein nennen darf. Schließlich, auch hier sei es wieder erwähnt, wird es im nächsten Jahr keine vergleichbare Gelegenheit mehr geben, der Schützengau wird vorher aufgelöst sein.
Aber auch diese Aussicht trübte die Stimmung der etwa 35 Schützen und Schützinnen nicht ein. In entspannter Atmosphäre eröffnete der amtierende Gauvorstandskönig Thomas Eberwein das Vogelschießen.

Thomas Eberwein bei der Standarbeit

Thomas Eberwein bei der Standarbeit

Der Gauadler, unbeschädigt

Gau-Ehrenscheibe, auch ein Objekt der Begierde

Gau-Ehrenscheibe, auch ein Objekt der Begierde

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben dem Schuß auf den Adler war natürlich auch noch die Gau-Ehrenscheibe ein Objekt der Begierde, aber dazu später mehr.

Frank Hochberger am Sportgerät

Frank Hochberger am Sportgerät

Den Anfang machte das Schießen um den 2. Ritter. Es reichten 15 gezielte Schüsse mit dem Luftgewehr  in die weiß markierte Trefferfläche, um den Adler vom Apfel zu befreien. Den letzten Schuß gab Frank Hochberger ab, der Apfel fiel, der 2. Ritter war gekürt.

Gudrun Daume zielgenau

Gudrun Daume zielgenau

Um den 1. Ritter auszuschießen, brauchte es deutlich mehr Löcher im Holzadler. Das Zepter war wohl sehr fest in der Kralle des Vogeltieres, es brauchte 23 Schuß, bis das Zepter sich vom Vogel trennte. Als treffende Schützin konnte Gudrun Daume identifiziert werden, sie hatte Schuß Nr. 23 an die richtige Stelle gesetzt.

 

 

Der breite Kragen des Holzadlers versprach eine längere Frist und vor allen Dingen mehr Diabolos, bis die Krone für den König

Thomas Eberwein zielsicher

Thomas Eberwein zielsicher

fallen würde. Und die Teilnehmer werden es bestätigen, ein jeder konnte mindestens drei Runden lang sein Glück versuchen.

Nach 60 Schuß war es soweit. Nein, es fiel nicht der Kopf, sondern man wandte sich Rat suchend an Helmut Krause. Ausgerüstet mit passender Optik, war er in der Lage die Trefferlage einigermaßen zu lenken. Es brauchte dann doch noch mal 13 Schuß, dann war Schluß, der König gefunden.

 

Die Krone fällt

Die Krone fällt

Schon beim 72. Treffer hätte es ein Ende haben können, der Adler war für Gerd Hillabrand gut vorbereitet.

Aber der Kopf wollte nicht fallen, auch wenn die Trennung vom Holzrumpf schon fast komplett war. Es brauchte einen König um den Königsschuß abzugeben. Denn kein anderer als Thomas Eberwein hatte das Gewehr zum 5. Mal in der Hand und den 73. Schuß im Lauf. Unter viel Jubel sah man die Krone fallen, der Adler war kopflos und der neue, alte König gefunden.

Vor der Ehrung des neuen Königshauses galt es natürlich noch die Ehrenscheibe des Schützengau auszuschießen. Gastgeber Eberwein hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der, sonst übliche, direkte Schuß auf die Scheibe konnte im Vereinshaus der Schützengesellschaft „Oberst Schiel“ 1902 nicht realisiert werden. Als Ersatzlösung wurde mit dem Zimmerstutzen, einer nahezu historisch anmutenden Waffengattung, auf normale Papierscheiben geschossen. Aber nicht auf das normale Ziel, sondern auf die stilisierte Schützenscheibe des Gauwappen. Ein paar Aufkleber mussten für diesen Zweck als Ziel geopfert werden. Die Teilnehmer machten die Runde, ein jeder hatte die Möglichkeit, einen Schuß auf seine Scheibe abzugeben.

Robert Erle, Thomas Eberwein, Frank Hochberger

Robert Erle, Thomas Eberwein, Frank Hochberger

Im Anschluß erfolgte die Ehrung des Königshauses. Doch halt. Vor der Verkündung des neuen Königs und der Ritter war es an der Zeit, sich vom alten König samt Ritterschaft zu verabschieden.

2. Ritter Robert Erle, König Thomas Eberwein und 1. Ritter Frank Hochberger durften sich über einen Zinnbecher als Erinnerungsstück freuen, bevor die Runde abdanken musste.

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Thomas Eberwein kürt Frank Hochberger zum 2. Ritter

Gleich darauf wurde das neue Königshaus ernannt.
Wie schon geschrieben, konnte sich Frank Hochberger wieder für das Rittertum qualifizieren. Im vorigen Jahr als 1. Ritter, in diesem Jahr als 2. Ritter. Leider werden wir nicht mehr erfahren, welchen Titel Hochberger im nächsten Jahr inne gehabt hätte.

 

Gudrun Daume mit Ritter- und Königskette

Gudrun Daume mit Ritter- und Königskette

Weiter ging es mit dem 1. Ritter. Dieser Titel konnte in diesem Jahr an Gudrun Daume verliehen werden. Der Weg nach vorne war für sie nicht weit, denn sie hatte, wie so oft, Thomas Eberwein tatkräftig bei der Präsentation und Durchführung der Ehrungen auch an diesem Abend unterstützt.

 

Königshaus 2016: 1. Ritter Gudrun Daume, König Thomas Eberwein und 2. Ritter Frank Hochberger

Königshaus 2016: 1. Ritter Gudrun Daume, König Thomas Eberwein und 2. Ritter Frank Hochberger

Das Königshaus in voller Pracht. 1. Ritter Gudrun Daume mit dem abgeschossen Zepter, Gauvorstandskönig Thomas Eberwein mit den „gerupften“ Holzadler und 2. Ritter Frank Hochberger mit dem leicht beschädigten Holzapfel.

Im Anschluß an die Königskrönung setzte die Überreichung der Gau-Ehrenscheibe den absoluten Schlußpunkt der Feier. Die Scheibe, wieder in feinster Kunst von Peter Reinwein gefertigt, stand zur Ansicht noch parat. Aufgemalt ist der Torbau in Heusenstamm, ein Bauwerk, welches, in Auftrag gegeben von Grafen Eugen Erwein von Schönborn, zum Gedenken an den siebentägigen Besuch des designierten Deutschen Kaisers, Joseph II., 1764 als Stadttor errichtet wurde.

Die Präsentation der Leistungen der Teilnehmer wurde wieder mal durch den Gauehrenschützenmeister Ottmar Gerstemann durchgeführt. Mit launigen Worten ging es durch das Teilnehmerfeld, bis zum spannenden Höhepunkt. Wer hatte den besten Schuß mit dem Zimmerstutzen auf das Wappen des Schützengau 8 – Maingau abgegeben?

Einen besonders guten Treffer hatte Frank Hochberger gelandet. Auf einer normalen Scheibe wäre das, erst Recht im Lichte des Zimmerstutzen, eine hervorragende Zehn gewesen. Beinahe hätte es für den Gewinn der Scheibe gereicht. Doch gab es einen weiteren, etwas besseren Schuß, noch näher am Zentrum gelegen. War es der Heimvorteil? Die Kenntnisse über die Eigenheiten der vereinseigenen Waffe? Man wird es nicht ergründen. Auf jeden Fall war der glückliche Gewinner Gaupressereferent Andreas Gloser, ebenfalls als Vorsitzender von Oberst Schiel aktiv.

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König Eberwein, glücklicher Gloser und Gauehrenmeister Gerstemann

Unterschriften

Unterschriften

Als Erinnerung an die Teilnehmer und den Abend wurde die Ehrenscheibe mit den beschossenen Gauwappen beklebt und vom Schützen unterzeichnet.

Noch mehr Unterschriften

Noch mehr Unterschriften

Mit dem Ausblick auf den kommenden Gauschützentag (jetzt schon in der Vergangenheit) verabschiedete Gauschützenmeister Eberwein die Gäste aus nah und fern.